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Die Frau im Garten

Eine Frau, schmächtiger Figur, geknickte, ja sogar eine geknechtete Haltung, lief Stunden lang in Ihrem Garten umher. Ein langsamer Schritt nach dem andren, ab und zu mal eine Drehung zu einem unbekannten, nicht in das System passende Geräusch. Sie schaute fast immer auf Ihre Füße, wollte Sie damit den Rest Ihrer Umgebung ausblenden, sich motivieren noch einen Schritt zu gehen und noch einen und noch einen, bis viele Stunden vergangen waren?

Sie spazierte täglich in Ihrem Garten, Ihr Haus hatte ein schwarzes spitzes Dach, ursprüngliche weiße Baumarktfarbe, die über die Jahre schon grau wurde, klebte an dem einstöckigen Haus mit Dachgeschoss. Alle Rollläden waren verschlossen, genauso die Fensterläden und Vorhänge. Außer der Markise die trist Tag für Tag an Ihrem Platz hockte und vor geraumer Zeit einmal einen Gartentisch vor der Sonne beschützte. Nun stand nur noch vier Topfpflanzen die mal gegossen werden sollten und eine den Nachbarn rücken gekehrte Hundestatue auf den mit Unkraut überwachsenen Terrasse. Der Hund schaute auf die heruntergelassenen Rollladen des vermutlichen Wohnzimmers. Sicher bin ich mir nicht, denn sie sind da nie oben.

Und plötzlich lief die Frau hinter einer Hecke hervorkommend im Garten umher. Wie lange würde Sie jetzt laufen? Wie sich herausstellte gar nicht. Sie lief zur Eingangstüre und verkroch sich wieder in Ihrem Haus. Warum war hier die eigentliche Frage, jedoch fragten sich das die Nachbarn schon lange nicht mehr. Die meisten saßen auf Ihren Balkonen und / oder Terrassen tranken Kaffee, hörten den Vögeln zu in diesem ruhigen Fleck Erde. Hat sich deswegen die Frau hierher zurückgezogen?

Weil es hier ruhig war, friedlich ja fast schon paradiesisch? Die Bäume ragten hier hoch, oft höher als die Häuser und jeder ging so seinem Treiben nach, Mensch als auch Tier und Gewächs. War die Frau hier, weil sie es sonst nirgendwo aushielt oder nur hier bleiben konnte, weil sie keine Wahl hatte. Vielleicht ist mein Paradies eine Hölle für sie? Wurde oder hat sie sich selbst so geknechtet, dass Ihre restliche Freiheit darin bestand, in einem Käfig zu hocken und umher zu laufen?

War sie so geprägt, von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen, dass sie nur noch diesen Automatismus kannte, dem Strom immer hinterher. Wie die meisten anderen, aufstehen, anziehen, noch kurz einen Kaffee sich rein zu zwingen, weil man wieder mal keine Lust hatte aufzustehen, da man eigentlich seine Arbeit hasst.

Abends nach Hause kommen und sich fälschlicherweise vor die Bildschirme hockt um zu "entspannen". Anstatt komplett konträr zu seinem Rhythmus rauszugehen, alles auszuschalten, Geräte oder Hirn, und mal die Ruhe zu genießen. Damit man sich wieder aufladen kann und sich dann endlich darum kümmert, wie man seine Situation verbessert? Ich denke, dass will uns diese Frau sagen.

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